Forest Expert Program - Ekaterine Balarjishvili

Natura 2000 in Deutschland

von Ekaterine Balarjishvili, Georgien

Ich arbeite derzeit bei der LEPL National Forestry Agency in der Abteilung für Forstinventur in Georgien. Meine Erwartungen und Ziele für die Teilnahme am Forest Expert Program 2019 waren weitere Informationen und Kenntnisse zu folgenden Themen zu erhalten:

• die Methoden zur Durchführung der Waldinventur und die Struktur des Bewirtschaftungsplans in Deutschland;
• Die Praxis der Waldinventur (BWI) in Deutschland;
• Über "Emerald Network" (Natura 2000) - Wie erhalte ich Informationen zu solchen Gebieten?
• Welche Informationen sind verfügbar?
• Welche Methoden stehen zur Verfügung, um Informationen zu erhalten?
• Wie ist es möglich, erhaltene Informationen in den Managementplan zu integrieren?
• Wie ist es möglich, den Bereich danach zu überwachen?

 

19. September

Ich habe an einem großen Treffen der Waldbesitzer in Freising teilgenommen. Der Präsident Herr Josef Ziegler hielt einen Vortrag und gab die aktuelle Situation der Wälder bekannt, er informierte über die niedrigen Holzpreise aufgrund der geringen Qualität durch Borkenkäfer. Der andere Vertreter war Robert Morigl. In seinem Vortrag ging es um den Klimawandel, den Einfluss auf Wälder und die Ergebnisse. Der Klimawandel ist DAS Hauptthema der Regierung. Die Teilnehmer des Treffens diskutierten über die Reduzierung der Einschnitte, die Steigerung der Wiederaufforstung durch Saatgut und die Bewirtschaftung naturnaher Wälder.

Im zweiten Teil des Tages im Bayerischen Staatsministerium habe ich Natura 2000 in Deutschland kennengelernt. Es wurde von Herrn Alexander Rumpel vorgestellt. Ziel der bayerischen Naturschutzpolitik ist es, die biologische Vielfalt, die Lebensraumvielfalt und den Erholungswert unserer Landschaft zu erhalten und weiterzuentwickeln.

 

20. September

Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF), Freising

Herr Wolfgang Stöger präsentierte Informationen der LWF, einer Sonderorganisation der Bayerischen Forstverwaltung. Das Institut verfügt über ein Expertenteam, das die Forstabteilung des Staatsministeriums und deren Ämter unterstützt.

Ich möchte die wissenschaftliche Forschung hervorheben, die Klimarisikokarten für den Wald von morgen entwickelt und damit eine wichtige Grundlage für eine vorausschauende Waldberatung schafft. Das Institut entwickelt neue Methoden zur Kartierung wichtiger Tierarten für Natura 2000. Das Bayerische Landesforstinstitut berät kompetent zum NATURA 2000-Management im Wald. Dies beinhaltet die Vorbereitung und Weiterentwicklung praktischer Hilfsmittel und Kartierungshandbücher zur Identifizierung und Erfassung schutzwürdiger Lebensraumtypen und Arten. Lokale Kartierungsteams werden beraten und geschult. Ein wichtigeres Thema ist der Wissenstransfer und die Waldpädagogik.

Durch die Zusammenstellung relevanter, aktueller Publikationen, Fachkonferenzen, Schulungsprogramme und Ausstellungen, die für die Zielgruppe geeignet sind, leistet die LWF einen wesentlichen Beitrag zur Öffentlichkeitsarbeit der Forstverwaltung. Das Institut ist auch eine treibende Kraft für Entwicklungen in der Waldpädagogik und koordiniert die Zertifizierung von Waldpädagogen in Bayern. Anschließend präsentierte Herr Stöger das Konzept der Waldinventur Bayern.

Die Bundeswaldinventur (BWI) wird erheblich dazu beitragen, die politischen Prozesse und die Öffentlichkeit unter anderem im Zusammenhang mit der Waldbewirtschaftung und dem Erhalt der biologischen Vielfalt zu informieren. Die Ergebnisse der BWI sind sowohl auf internationaler als auch auf nationaler und regionaler Ebene von Bedeutung. Sie können jedoch Aussagen für kleinere Referenzeinheiten nicht gut vermitteln. Die Anzahl der Proben ist oft zu gering für statistisch fundierte Auswertungen.

 

23. September, Göttingen

Fakultät für Forstwissenschaften und Waldökologie (Prof. Achim Dohrenbusch);

Der Vortrag von Prof. Dohrenbusch faszinierte mich und veranlasste mich zu prüfen, an der Fakultät für Forstwissenschaften und Waldökologie zu promovieren. Der Lehrstuhl für Waldinventur und Fernerkundung, Dr. Lutz Fehrmann, präsentierte das Thema Waldinventur auf verschiedenen räumlichen Ebenen (Stand-, Unternehmens- und Landeswaldinventur in Deutschland). Dr. Fehrmann ist einer der Forstfachleute in Georgien. Bisher besteht ein sehr gutes Verhältnis zwischen der Nationalen Forstbehörde und Dr. Fehrmann.


24. September

Das Treffen mit Herrn Hans Fuchs (GIS-Experte und PhD) war sehr überraschend, da wir uns bereits aus Georgien kannten. Wir hatten eine sehr interessante Diskussion über aktuelle Inventurereignisse in Georgien, Herausforderungen und Probleme wie statistische Daten und deren Berechnungen. Er zeigte mir die Galerie der Waldinventur, es sieht aus wie ein Museum, in dem zum Beispiel der erste Waldbewirtschaftungsplan usw. präsentiert werden.

Es war eine Freude, mehr Informationen über den Deutschen Forstverein zu erhalten, den Alexandra Arnold präsentierte. Ich mag den Slogan des Vereins "Wir sind Wald". Dies ist eine sehr gute Verbindung für Forstfachleute, um ihre Interessen zu vereinen und zu fördern. Der DFV engagiert sich in den Bereichen Forstpolitik, Naturschutz, Bildung und Informationsaustausch. Diese Organisation hat nicht nur lokale Bedeutung, sondern auch auf globaler Ebene.


25. September

Ich habe mit anderen Mitgliedern der FEP-Gruppe den Göttinger Stadtwald besucht. Unser Führer war Förster Martin Levin. Er zeigte den Wald, dessen Hauptarten Buche - 65% und andere Harthölzer (Bergahorn, Esche, Kirsche usw.) - 27%, Eiche - 1%, Kiefer, Lärche - 3% sind.

Es war sehr interessant, zwei Parzellen zu sehen, von denen eine von Förstern und die andere von der Natur aus bewirtschaftet wird. Zu meiner Überraschung war der von Förstern bewirtschaftete Wald in einem besseren Zustand als der andere Teil.


26. September

Forstwirtschaft und nachhaltige Landnutzungsplanung, Uni Göttingen - Prof. Carola Paul

Prof. Paul stellte die forstwirtschaftliche Planung in Deutschland vor.

 

27. September
Creuzburg, Thüringen

Ich hatte eine Werksbesichtigung bei Pollmeier in Creuzburg, Thüringen, einem der  leistungsstärksten Sägewerke für Buchenholz. Es ist der weltweit erste Hersteller von Buchenschichtholz. Die Fabrik ist riesig und gut organisiert. Danach habe ich die Wartburg besucht - es war unglaublich und ich habe die Aussicht genossen.

 

30. September
Immenstadt, Bayern

Herr Boris Mittermeier beschrieb die Hauptthemen und Probleme von Natura 2000, seine Bedeutung und den günstigen Erhaltungszustand. Welche Arten sind von Natura 2000 geschützt? Wie werden die Gebiete ausgewählt? Welches IT-Programm wird für Natura 2000-Daten verwendet? Die LWF liefert Infrarotfotos, mit denen Arten, Neigungen, Waldwege und Unterholz in den Wäldern identifiziert werden können. Alle 3 Jahre sind Infrarotaufnahmen möglich.

Natura 2000-Wälder sind in Bewertungskategorien (A, B und C) unterteilt. Diese Kategorien fließen in den Prozess der Waldbewirtschaftung ein. Förster entscheiden, welche Bedürfnisse für Wälder unerlässlich sind. Herr Mittermeier erläuterte den Waldbewirtschaftungsplan für Natura 2000, die von anderen Teilen des Waldes getrennt sind. Die Maße sind auch unterschiedlich.

Herr Mittermeier zeigte Teile von Natura 2000: Renaturierung von Moorwäldern in den Wäldern. (…)

 

1. Oktober

Zusammen mit Herrn Mittermeier und einer höheren Naturschutzbehörde machte ich eine Exkursion. Ich habe gesehen, wie das Team draußen arbeitet, wie es darüber diskutiert, wichtige Entscheidungen zu treffen.
 

2. Oktober

Zusammen mit Herrn Mittermeier besuchte ich Natura 2000-Gebiete. Anschließend besuchten wir das Dorf Schwangau und die Königsschlösser Neuschwanstein vor mächtigen Alpengipfeln, Allgäuer Hügeln und idyllischen Seen.

 

3. Oktober

Herr Anton Specht erläuterte mir die Hauptthemen von Natura 2000.

 

4. Oktober
Schwangau, Füssen

Herr Lothar Poltmann zeigte die Taxationskarte und erläuterte die Methodik der Forsteinrichtung.

 

7., 8. und 9. Oktober
Traunstein

Ich habe sowohl staatliche als auch private Wälder besucht. Ihre Gebietsgröße beträgt: Privatwälder - 368 km2 und staatseigene Wälder - 588 km2. Hauptarten sind: Fichte - 55%; Kiefer - 6%; Tanne - 3%; Lärche - 1%; Buche - 10%; Eiche - 1%; Andere Laubbäume - 24%. Es gibt drei gleichberechtigte Grundfunktionen, die sich aus dem Waldgesetz ableiten lassen: Wirtschaftsfunktion (Holzproduktion); Schutzfunktion (Naturschutz); Freizeitfunktion. (…)

Hauptaufgaben des Amtes: Auf der Grundlage des Forstgesetzes sind die Hauptaufgaben des Amtes: Ausführung der hoheitlichen Aufgaben; Verwaltung der staatlichen Waldfinanzierung (Privatwälder); Beratungsservice für private Waldbesitzer.

Aufgrund des Klimawandels nehmen extreme Wetterereignisse, Dürreperioden und Hitzeperioden zu. Infolgedessen nimmt auch der Befall durch Borkenkäferarten zu.

Das Konzept von AELF Traunstein zur Bekämpfung von Borkenkäfer-Schädlingen basiert im Wesentlichen auf folgenden Aspekten: Information, Aufklärung, Aus- und Weiterbildung von Waldbesitzern;  Überwachung, Kommunikation, Öffentlichkeitsarbeit, souveränes Handeln.

 

9. Oktober
Wasserburg, Treffen mit Herrn Heinz Utshing

Wir besuchten Wälder und diskutierten die Hauptfunktionen der Förster. Der Forstbetrieb Wasserburg bewirtschaftet 19.612 Hektar Staatsforst. Es besteht aus 10 Bezirken mit einer Größe von jeweils ca. 2000 Hektar. Gebiete mit Sonderfunktionen: geschlossener Wald - 12282 ha; Schutzwald - 103 ha, Naturschutzgebiet 220 ha; Natura 2000 - 3699 ha; Wasserschutzgebiet - 3147 ha; Landschaftsschutzgebiet - 8327 ha.

Es gab Diskussionen über die Ergebnisse der Waldbewirtschaftungsplanung: Baumartenmischung; Schlüsselaspekte der Aktivität - Regeneration; Ziele der Pflege. Sie wurden beschrieben und zeigten Diagramme der Managementprinzipien für Fichten- und Fichtenmischbestände. Für diese Waldgebiete (Fichte, Douglasie, Buche, Esche, Eiche) gab es in den Jahren 2050 und 2100 ein sehr interessantes Klimaszenario.

Wir waren Teil einer Fernsehsendung, als Herr Utshing ein Interview für das Fernsehen gab. In seinem Interview ging es um die aktuelle Situation der Wälder, um die Folgen des Klimawandels, um Borkenkäfer und um Präventionsmaßnahmen gegen sie.

10. Oktober
Ebersberg

Der Vortrag von Herrn Martin Bakhman befasste sich mit Natura 2000 und Teilen des Managements von Natura 200-Gebieten. Herr Tobias Schultz stellte die Hauptpflichten des Forstamtes vor. Für mich war es sehr interessant, den Natura 2000-Managementplan als Waldbildungssystem zu sehen. Wir haben Wälder unter dem Schutz von Natura 2000 besucht. Es gibt spezielle Maßnahmen für geschützte Arten, Tiere, Vögel.

 

11. Oktober
Berchtesgaden, Nationalpark,Treffen mit Herrn Bernd Becker

Die Kulisse im Nationalpark Berchtesgaden ist einzigartig: schroffe Klippen, tiefe dunkle Wälder, wilde Wildbäche und Gletscher sowie friedliche grüne Weiden, idyllische Täler, Murmeltiere, seltene Orchideen, über 700 verschiedene Schmetterlingsarten, Gämsen, Steinböcke, Rotwild und mehrere goldene Paare Adler. Die Vielfalt hier ist umfangreich; Es ist eine einzigartige kleine Welt, in der sich die Natur entwickeln und die Menschen in einer gesunden Umgebung atmen können. Zahlreiche Aktivitäten ermöglichen es den Besuchern, diese Schönheit zu erleben und leicht zu erreichen. Ein spezieller "Wanderbus" bringt beispielsweise Passagiere vom Hintersee zur Bindalm und weiter nach Hirschbichl.

14. Oktober
Erfurt, Thüringen

Ich habe mir die Vorträge von Dr. Andreas Niepagen über Thüringen, seine Geschichte, seine geografische und kulturelle Geschichte angehört. Eine weitere Präsentation befasste sich mit Thüringenforst.

Ich lernte:

Im Forstamt Thüringen ist die Verwaltung aller Eigentumsverhältnisse zusammengefasst. Es gibt einen Bewirtschaftungsplan für Natura 2000 und andere Waldgebiete, der waldbauliche Betrieb ist für beide Seiten geplant. Informationen zu `Natura 2000`s Arten werden von Spezialisten gesammelt. Das Informationsmaterial wie Broschüren, Faltblätter und Bücher ist umfassend und von hoher Qualität und bietet Ratschläge und Informationen zu Baumarten, Vögeln und Moos. Es gibt Waldpädagogik` für Schulkinder.

 

15. Oktober
Gotha

Herr Andreas Reinkober erläuterte die Struktur des Bewirtschaftungsplans sowohl für `Natura 2000` als auch für andere Teile der Wälder. In der zweiten Tageshälfte besuchten wir den staatlichen Waldteil.

 

16. Oktober
Besuch des Nationalparks Hainich in Thüringen

Herr Manfred Grosmann informierte uns über den Hainich-Nationalpark, den Urwald in der Mitte Deutschlands. Seine Fläche beträgt 16000 ha, die Waldfläche 13000 ha und die vorherrschende Art ist Buche (11000 ha). Es ist der größte kompakte Laubwald in Deutschland. Hainich ist geologisch durch Muschelkalk charakterisiert; Es gibt einige lokale Lössansammlungen.

Der südliche Teil von Hainich - der heutige Nationalpark – wurde jahrzehntelang für die Armee genutzt. Da Teile dieses Gebiets in den letzten 40 Jahren nicht forstwirtschaftlich genutzt werden konnten, entwickelten sich diese Wälder ohne menschliche Eingriffe und näherten sich einem unberührten Naturwald, der in Mitteleuropa lange Zeit verschwunden ist. Der herrliche Buchenwald im geografischen Zentrum Deutschlands wirkt wie ein grüner Dom: Säulen aus glatten, geraden Buchenstämmen und ein Dach aus hochfreundlichen grünen Blätterkronen.

17. Oktober
Gotha, Treffen mit Herrn Ingolf Profft

ThüringenForst - Die Anstalt des öffentlichen Rechts wurde im Jahr 2012 gegründet. Sie ist für die Bewirtschaftung staatseigener Wälder des Freistaates Thüringen im Auftrag des Thüringer Ministeriums für Infrastruktur und Landwirtschaft verantwortlich. Es verfügt über 24 Forstämter und 279 Waldbezirke und hat seinen Hauptsitz in Erfurt. Zu ThüringenForst gehören außerdem das Waldforschungs- und Kompetenzzentrum Gotha, das Waldbildungszentrum Gehren, 3 Waldjugendheime und eine Baumschule. Es hat ungefähr 1300 Angestellte.

18. Oktober

Treffen mit Herrn Sergej Chmara, ThüringenForst

Herr Chmara präsentierte und zeigte viele Projekte von GIS, Drohnen, Lasern und anderen neuen Geräten.

 

Meine Schlussfolgerungen aus der FEP-Hospitation:

Das Forest Expert Program gab mir die Möglichkeit, nicht nur ein hohes Maß an Waldbewirtschaftung zu lernen, sondern auch sehr schöne Städte und Dörfer in Deutschland zu sehen - wie: München; Freising; Göttingen; Nürnberg; Immenstadt, Traunstein; Wasserburg; Berchtesgaden; Gotha; Erfurt; Frankfurt und viele Dörfer.

Das Programm war in allem sehr gut organisiert: Transport, Hotels, professionelle und freundliche Leute. Deutschland ist unglaublich, außergewöhnlich und wunderschön mit seiner Kultur, professionellen und freundlichen Menschen. Ich bin immer noch begeistert.

Vielen Dank für Ihre Energie und Zeit!